Es fehlt überall an Lebensraum. Man muss sich nur mal eine Satellitenansicht seiner Gegend aufmachen und überlegen, wo heimische Tier- und Pflanzenarten noch halbwegs intakte Natur vorfinden.
Der intensiv bewirtschaftete Acker mit massenweisem Pestizideinsatz ganz sicher nicht. Das schlimme an den Pestiziden ist, dass sie mit den Insekten praktisch die komplette Grundlage der Nahrungskette auslöschen und damit alle höher stehenden Tiere auch keine Nahrung mehr finden. Damit werden sie indirekt mit vernichtet, auch wenn das Pestizid vielleicht direkt keine große Wirkung auf sie hat.
Wälder? Wie jedes andere Ökosystem braucht auch der Wald eine Nahrungsquelle. In einem intakten Wald gibt es Büsche und Sträucher (Unterholz), Laub und vor allem Totholz. Die Käfer, Würmer, Asseln u.s.w. die sich davon ernähren, bilden wieder den Anfang der Nahrungskette und ermöglichen das Überleben aller anderen Arten. Die meisten Wälder bei uns werden aber intensiv forstwirtschaftlich genutzt und sind eigentlich keine Wälder sondern Fichten- oder Kiefernplantagen. Hier gibt es fast kein Unterholz, kein Laub und kein Totholz. Und damit fehlt auch der "Treibstoff" für das Ökosystem.
Gärten? Die können ein sehr wertvoller Lebensraum sein, wenn sie naturnah gestaltet sind. Leider geht der Trend aber immer mehr zur grünen Wüste, mit viel zu kurz geschnittenem Rasen ohne Blühpflanzen, nicht heimischen Giftpflanzen wie Thuja oder Kirschlorbeer und teilweise sogar Pestizideinsatz(!). Nach dem Motto: Natur gerne, aber doch nicht in meinem Garten! Ja wo denn dann?
4% der Landfläche in Deutschland sind Naturschutzgebiete. Das heißt im Umkehrschluss: 96% sind keine. Und diese 96% können wir nicht einfach für uns beanspruchen und nutzen wie es uns passt, ohne jegliche Rücksicht auf andere Lebewesen. Wir sind auf Biodiversität angewiesen und müssen dafür Fläche zur Verfügung stellen.