Die Ölpreise sind nach der Ankündigung kurz nach Mitternacht (deutscher Zeit) kräftig gefallen. Der Preis für ein Fass (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni fiel kurz nach der Ankündigung um bis zu 16 Prozent auf 91,70 US-Dollar.
Man sollte da wahrscheinlich nicht die Preise für Brent mit Lieferung im Juni nennen, sondern die aktuellen Spot-Preise.
Die ersteren sind Futures-Preise. Die sind schon in stabilen Friedenszeiten etwas spekulativ. In Zeiten wo Insider-Trading grassiert und manche Ankündigungen von Regierungen möglicherweise als Hauptziel haben, Märkte zu beeinflussen oder zu beruhigen, sind sie wenig aussagekräftig. Jemand mit Insider-Wissen kann die Futures kaufen, wenn die Statements gerade "gut" sind, und verkaufen, wenn verbal oder aktuell Amargeddon bevorsteht und der Preis gerade höher ist. Auch Statements wie eine geplante Freigabe von Reserven betreffen letztlich "Papieröl" und diese können genutzt werden, um spekulative Gewinne zu erreichen. Bei Regierungen, die schon eine Pandemie nutzen, um krumme Geschäfte mit medizinischen Masken zu machen, kann man wohl häufig nichts anderes erwarten.
Der Knackpunkt ist, es gibt einen Ausfall von Produktionskapazität. Wie wird das verbleibende, physisch vorhandene, reale Öl verteilt? Da ist der Spot-Preis ein besserer Anhaltspunkt .