this post was submitted on 27 Mar 2026
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DACH - Deutschsprachige Community für Deutschland, Österreich, Schweiz

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[–] Vizzerdrix@lemmy.world 27 points 4 days ago (1 children)

Wie bringt man vor allem junge Menschen dazu, mehr zu lesen? Christian Dawidowski gibt eine ernüchternde Antwort: „Wir kennen keinen Weg im Moment, der wirklich einen durchschlagenden Erfolg brächte.“

Oof

[–] bilgamesch@feddit.org 4 points 3 days ago

Lesen braucht Muße, Raum und oft auch Langeweile. Unsere heutige Welt hat davon zu wenig - im übrigen auch und gerade in der Schule, da Didaktik häufig auf das genaue Gegenteil davon setzt: möglichst hohe Aktivierung zu jedem Zeitpunkt des Unterrichtsgeschehens, permanentes Bombardement mit äußeren Reizen durch wuselige Klassen und verhaltenskreative Mitschüler - permanente verbale und nonverbale Kommunikation und Bildungstrends, die das ganze auch noch befeuern (Stichwort: "Digitalisierung" um der Digitalisierung Willen). Lesen ist ja nicht nur Konversion von Graphem zu Phonem, sondern Dekodierung von Bedeutung aus Text, das erfordert Training, welches Aufmerksamkeit erfordert, welche Ruhe erfordert.

Man könnte jetzt unken, dass Schule tatsächlich der wahrscheinlich schlechteste Ort ist, um zu Lesen bzw. Lesen zu lernen.

Um's kurz zu fassen: Wir beobachten immernoch, dass Schüler besonders Lesekompetent sind, wenn sie schon früh und regelmäßig mit gelesenem Text Berührung haben - nämlich bei den Eltern/Großeltern, meistens zu den ruhigeren Tageszeiten - etwa beim Schlafengehen. Vorlesen in ruhiger und entspannter Atmosphäre hilft ungemein, das Arbeitsgedächtnis zu trainieren mit Sprache umzugehen. Da ist es erstmal sekundär, ob das selbst gelesen oder vorgelesen wird. Wenn ich es gewohnt bin, jeden Abend 'ne Geschichte zu hören und nur auf Grundlage der Sprache Inhalte zu memorieren, hilft das unfassbar beim Aufbau von Lesekompetenz. Auf der Gegenseite hab ich halt zunehemnd viele Schüler, bei denen gar nicht gelesen und wo auch keine Geschichten erzählt werden - weder auf Deutsch noch - bei Kinder mit fremdsprachlichem Elternhaus - in der Sprache, die zu Hause gesprochen wird. Genau diese Kids haben schon enorme Schwierigkeiten sich an das zu erinnern, was in einem einzelnen Satz steht.

[–] Ooops@feddit.org 21 points 4 days ago (1 children)

Verlernen wir das Lesen?

Nö, nicht direkt. Das ist nur ein Symptom der systematischen und völligen Verblödung der Bevölkerung durch Click-bait, Brain-Rot und sonstigen hirnerweichenden Dreck in 24/7 Dauerbeschallung.

[–] schnurrito@discuss.tchncs.de 2 points 3 days ago

Das ist ja das, was mich wundert. Egal, wo ich hinfahre, sehe ich permanent Leute auf das Smartphone starren, was ich grundsätzlich für eine positive Entwicklung halte, schließlich gibt es im Internet auch sehr viel Intelligentes und Lehrreiches zu lesen.

Aber wenn das, was die Leute da ansehen, zu einem großen Teil nur Bilder und Videos (auf TikTok oder YouTube oder Facebook oder Instagram? ich weiß es ja auch nicht) sind, allerhöchstens Textnachrichten, dann (… siehe Artikel). Ich selbst scrolle am Smartphone meistens durch Mastodon oder Lemmy (bzw. Artikel, die ich darüber finde), beides Plattformen, die primär aus Text bestehen, aber vielleicht bin ich einfach ungewöhnlich?!

[–] toe@feddit.org 3 points 3 days ago (1 children)

Die Tatsache, dass weniger Text selbst gelesen wird ist nicht überraschend und auch nicht das eigentliche Problem. Mich erinnert das an die Gespräche mit meinen Eltern, weshalb ich zu Zeiten von Taschenrechnern noch schriftliche Rechenverfahren lernen muss.

Das fehlende Training durch Lesen hinterlässt Lücken ind der Entwicklung. Sich damit zu beschäftigen, die Begeisterung für Lesen zu fördern ist meiner Ansicht nach auch notwendig. Uns sollte dennoch klar sein, dass die genannten Fähigkeiten Vorteile auch auf andere Weise trainiert und gelehrt werden können. Lesen ist nur eine Methode von mehreren, die sehr gut funktioniert unf effizient ist.

Wer in der Grundschule nicht lesen lerne, habe später in allen Fächern Schwierigkeiten, ...

Wäre das durch andere Aufbereitung und Nutzung von alternativen neueren Medien im Unterricht der verschiedenen Fächer und Prüfungen nicht ebenfalls zu erreichen?

Weil heute weniger gelesen wird, schwinde auch zunehmend das historische Bewusstsein, ... Die Fähigkeit und die Bereitschaft, sich in Gefühlslagen von Menschen hineinzuversetzen, die vor 100 oder 200 Jahre gelebt haben,..

Auch hier gibt es weitere Methoden multimedial das historische Bewusstsein und Empathie für diese Personen schult. In vielen Museen mit klarer Zielgruppe findet man diese. Man nennt diese meist Erlebnismuseum und vermitteln Inhalte mit Nutzung aller fünf Sinne.

Menschen, die gerne lesen, genießen die Möglichkeit, sich zu entspannen, in eine andere Welt abzutauchen, dem Alltag zu entkommen.

Wie das im Artikel genannte Vorlesen, dürften Hörbücher dies als Alternative gelten.

Wer zum Buch oder zur Zeitung greift, vergrößert seinen Wortschatz, verbessert sein Abstraktionsvermögen und sein Gedächtnis.

Auch hier kann die Medienvielfalt mehr als nur Texte anbieten. Aber auch persönlicher Kontakt mit verschiedenen Bubbles wird das Trainieren.

Es gibt aus der Wissenschaft auch Hinweise darauf, dass Leseratten ein größeres Gerechtigkeitsempfinden besitzen.

Hier ist ein vielfältiger Kontakt quer durch alle Gesellschaftsschichten möglicherweise sogar effizienter. Stichwort: Inklusion im allgemeinen Sinn.

Es soll das Leben verlängern, das Alzheimerrisiko senken und gut für Frühchen sein. ...

Fähigkeiten die regelmäßig trainiert werden bleiben meist länger erhalten und werden besser als andere. Die Methode ist hier zweitrangig.

Ich spreche nicht gegen das Lesen. Wir sollten den Blick nach vorne dennoch nicht verlieren und auch die Alternativen sehen und entsprechend gestalten.

Wer das falsche liest trainiert auch damit die falschen Fähigkeiten.

[–] Stitch0815@feddit.org 2 points 3 days ago

Ist ein guter punkt(e) der bestimmt untersucht werden sollte.

Das problem ist natürlich wieder, dass dann das schulsystem mitziehen muss und auch die generelle digitalkompetenz in der Bevölkerung steigen muss damit Eltern das überhaupt an kinder weitergeben können.

Das wird leider mit Sicherheit schwierig.

[–] Elchi@feddit.org 14 points 4 days ago (1 children)
[–] JensSpahnpasta@feddit.org 15 points 4 days ago

Tut mir Leid, ich kann nicht lesen

(Spoiler: Wir sind halt hart im Arsch, wenn große Teile der Bevölkerung nicht lesen können. Denn das bedeutet auch, dass sie komplexe Sachverhalte nicht verstehen können und dann können wir unsere Demokratie halt in die Tonne kloppen)

[–] brainwashed@feddit.org 2 points 4 days ago (1 children)
[–] lichtmetzger@discuss.tchncs.de 5 points 4 days ago* (last edited 4 days ago) (3 children)

Ich hab mal so eine Doku über Analphabeten in den USA gesehen - da war tatsächlich eine dabei, die Texte immer mit dem iPhone gescannt und sich vorlesen lassen hat.

Moderne Probleme erfordern moderne Lösungen, oder so.

[–] JensSpahnpasta@feddit.org 6 points 4 days ago

Das Problem ist nicht, dass Leute überhaupt nicht lesen können. Wer nicht lesen kann, kann in den meisten Fällen auch keine komplexen Texte verstehen, selbst wenn man sie ihm vorliest. Die verstehen leider auch nicht das Hörbuch.

Wir haben es natürlich überall mit komplexen Sachverhalten zu tun. Themen, bei denen es nicht nur Schwarz und Weiß gibt. Die nicht einfach zu erklären sind. Für die es nicht diese einfache Lösung gibt. Und dafür braucht man halt die Fähigkeit, diese komplexen Sachverhalte auch zu begreifen und wenn du einfache Texte nicht verstehst, wirst du daran auch scheitern.

[–] bilgamesch@feddit.org 3 points 3 days ago

Analphabetismus in Folge einer Lese-Rechtschreib-Störung, einer Audiovisduellen Wahrnehmungsstörung o.ä. bzw. daraus resultierender funktionaler Analphabetismus sind aber ein ganz anderes Ding als das, was wir aktuell bei Kindern erleben. Die sind an und für sich nämlich "gesund" - funktional aber auf ganz anderer Ebene eingeschränkt.

[–] brainwashed@feddit.org 3 points 4 days ago* (last edited 4 days ago)

kannst ja nicht mal behaupten, dass man damit nicht klar käme. kaum jemand muss doch einen Brief schreiben. Der CV kann auch von Claude ausgespuckt werden. Und längere Texte lässt du einfach vorlesen. Bücher können automatisch als Hörbücher bereitgestellt werden. Ist ein bisschen wie schön schreiben.

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