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[–] rbn@sopuli.xyz 4 points 3 days ago (4 children)

Ernst gemeinte, von Spahns Aussage unabhängige Frage, da ich es wirklich nicht besser weiß: Wenn "queer" ein Sammelbegriff für alle Nicht-Cis-Identitäten ist, wieso ist es dann ein eigener, gleichwertiger Buchstabe in LGBTQIA+? Wenn Gay und Queer da auf der logisch gleichen Ebene stehen impliziert das ja eigentlich schon, dass es so vorgesehen sei, dass Leute sich als "nur Gay, aber nicht Queer" sehen, oder? Sonst könnte man ja entweder das Q weglassen oder nur "Queer" statt des Akronyms sagen.

[–] CyberEgg@discuss.tchncs.de 10 points 3 days ago* (last edited 3 days ago)

Queer ist nicht nur ein Sammel- oder Oberbegriff für alle nichtbinären, nicht-cis und non-hetero Identitäten, sondern auch ein Auffangbegriff und inkludiert auch diverse andere Lebens- und Liebesmodelle, die nicht dem heteronormativen Bild entsprechen. Dazu gehören z.B. auch genderfluide Identitäten oder polyamoröse Beziehungen.

Das einzeln aufgeführte Q ist allerdings auch historisch gewachsen. Das Kürzel kam ursprünglich als LGB im Zusammenhang mit einer Sammelbewegung gegen die Diskriminierung sexueller Orientierungen auf. Bald danach haben sich transidente Personen angeschlossen und das T wurde an das Kürzel angehängt.
In den 1990ern kam die Queer-Theorie auf, die als Kulturtheorie die Auflösung von Machtverhältnissen, Identitäten und Normen vor allem im Zusammenhang mit Geschlecht und Sexualität, aber auch Klasse und Rasse (dem amerikanischen Race-Begriff, wohlgemerkt, nicht die europäische Rassentheorie) untersucht und anstrebt.
Im Zuge dessen wurden auch andere queere Identitäten für die LGBT-Bewegung relevant, schlossen sich ihr an und das Q wurde der Abkürzung hinzugefügt. Ursprünglich hatte das Q also eine ähnliche Funktion wie das heutige + oder * am Ende der Abkürzung. Weil das ein bisschen doppelt gemoppelt ist, wird das Q heute ab und an auch als Questioning neu gedeutet (wobei das wirklich nur ab und an der Fall und keineswegs die Regel ist).

Nachtrag: heute verwenden auch viele den Begriff queer für sich als Label, die die anderen Begriffe für sich als zu eng oder nicht ganz passend empfinden.

[–] Sas@piefed.blahaj.zone 4 points 3 days ago (1 children)

So wie ich es in Erinnerung habe ist Q für Leute, die wissen, dass sie queer sind, aber sich den anderen Buchstaben weniger zugeordnet fühlen, diese aus zu strikt und einschränkend für ihre eigene Identität empfinden. Ich zum Beispiel fühl mich manchmal als ob L oder B bei mir passen aber manchmal denke ich auch, dass ich homoromantisch, aber heterosexuell bin. Das ist, weil ich asexuell bin alles sehr schwer zu identifizieren. ABER ich weiß, dass ich selbst, wenn ich in einer "heterosexuellen" Beziehung wäre, diese queer wäre. So fühlt sich queer fur meine Sexualität richtiger an. Also würde ich beim Buchstaben sammeln eher QTA nehmen als L oder B. Ich hoffe, das hat nicht nur mehr verwirrt

[–] rbn@sopuli.xyz 2 points 3 days ago

Vielen Dank dir und @CyberEgg@discuss.tchncs.de für die ausführlichen Antworten. Das hilft sehr fürs Verständnis. :)

[–] Undertaker@feddit.org 1 points 2 days ago

Queer ist nicht wirklich definiert. Als ich mich zu dem Thema informiert habe, wurde betont, dass das ein uneindeutiger Begriff ist. Insoweit stellt sich auch die Frage nicht

[–] B0rax@feddit.org 1 points 3 days ago (1 children)

Er grenzt sich auch davon ab homosexuell zu sein. Er sei nur schwul.

Also ich bin jetzt kein Experte… aber das gehört ja noch dann doch zusammen.

[–] KraeuterRoy@feddit.org 4 points 3 days ago

Der Spahn hat es geschafft politisches Mandat und Verantwortung strikt voneinander zu trennen - wenn einer homosexuell und schwul trennen kann, dann doch wohl er.