this post was submitted on 01 Apr 2026
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Frag Feddit

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Ich sag jetzt Sachen, die man oft von Leuten hört, die sich nicht besonders mit Politik auskennen. Aber nimm das bitte einfach als meine persönliche Frage. Seit meiner Kindheit interessiere ich mich für Politik, vor allem wegen meiner Familie. Bei uns war es normal, dass man ab und zu politische Sendungen schaut, politisches Radio hört und Bücher zu gesellschaftlichen Themen liest. So bin ich da halt mit reingerutscht und hab das alles zusammen mit meinen Eltern konsumiert. Mir wurde immer gesagt, dass es mein Recht als Mensch ist, mich für Politik zu interessieren.

Jetzt bin ich erwachsen, aber es tut mir ehrlich gesagt weh, Nachrichten zu lesen. Und es liegt nicht daran, dass ich einfach zu sensibel bin oder schlecht mit negativen Dingen umgehen kann.

Ich merke einfach, dass vieles von dem, was mir als Kind vermittelt wurde, in der Realität nicht wirklich funktioniert. Zum Beispiel dieses „Reputationsprinzip“. In Wirklichkeit kannst du in der Politik fast alles sagen oder machen, und es passiert dir nichts du bleibst trotzdem im Spiel. Gefühlt könntest du fast alles bringen. Dazu kommt noch so ein Ding wie das "Recht des Stärkeren", das gerade überall irgendwie präsenter wird. Vielleicht war das schon immer so und mir wurde einfach was anderes erzählt... aber ja, wer Macht hat, kann sich in der Politik oft ziemlich viel erlauben.

Und sorry, ich geh jetzt nicht auf konkrete Beispiele ein davon gibt es einfach zu viele. Im Grunde läuft alles auf eins hinaus: Politik wirkt extrem dreckig und viele Politiker arbeiten am Ende nur für ihren eigenen Vorteil. Das ist genau die Meinung, die sonst jeder Besoffene am Stammtisch raushaut und früher hab ich das nie ernst genommen. Jetzt ertappe ich mich dabei, dass ich genau das gleiche denke wie diese Leute an der Bar.

Warum ist das so geworden? Kann man diesen Pessimismus irgendwie überwinden? Oder wie nennt man das überhaupt?

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[–] maub@feddit.org 2 points 10 hours ago* (last edited 10 hours ago)

Nachrichten jedweder Art, vor allem komerzielle Nachrichten, aber leider auch öffentlich-rechtlich, haben einen Hang/Drang sich vor allem auf negative Schlagzeilen zu fokussieren. "If it bleeds, it leads".

Mir hat enorm geholfen auch mal gute Nachrichten zu schauen oder zu lesen (Auswahl am Ende) und mich vor allem auf meinen Handlungsraum zu fokussieren und dort zu versuchen alle Interaktionen so zu gestalten, dass sie für alle Beteiligten angenehm, vielleicht sogar schön, sind.

Es ist aber sicher ratsam über so etwas auch mal mit jemensch zu sprechen, machst du ja hier, aber vielleicht auch mal mit jemensch aus dem direkten Umfeld und/oder einem Psychologen.

Liebe Grüße, m.

P.S.: Im Englischen gibt es den Ausdruck "existential dread" (~ "das Grauen der Existenz"), ich finde, das beschreibt es ganz gut.

Edit: Halbes Wort entf