this post was submitted on 12 Jan 2026
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Tierwelt
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Die betreffende Unterart Podarcis muralis nigriventis (Podarcis muralis ist die Mauereidechse im Allgemeinen) ist eine von gleich mehreren Unterarten, die sich auch in Deutschland invasiv ausbreiten. In manchen Ecken stellen diese Unterarten fast den ganzen Bestand dar.
Das ist im Naturschutz und in Planungsverfahren relevant, weil einerseits die Mauereidechse eine europäisch geschützte (FFH-Art) und auch nach Bundesartenschutzgesetz streng geschützte Art ist, die Populationen andererseits mancherorts (inzwischen) großteils aus den südeuropäischen Unterarten bestehen. Der Buchstabe des Gesetzes bezieht sich aber auf die Art, nicht auf Unterarten (das hat man damals wahrscheinlich nicht so kommen sehen...). Das führt dazu, dass man zum Beispiel bei Projekten an Bahntrassen im Südwesten, die bei den Tierchen äußerst beliebt sind, viele hundert Individuen umsiedeln muss, die einer nicht-heimischen, invasiven Unterart angehören - und zwar idealerweise irgendwohin, wo sie nicht mit heimischen Populationen in Konkurrenz (oder sogar nichtmal in den Austausch) treten können. Das ist natürlich schwer hinzukriegen. Spannende Sache!
Das Pfälzer Landesamt für Umwelt hat da extra eine Broschüre zu rausgegeben: https://lfu.rlp.de/fileadmin/lfu/Naturschutz/01_Artenschutz/04_Artenschutzprojekte/01_Artenschutzprojekte/04_Kriechtiere/03_Mauereidechse/Mauereidechse_Bestimmungsschluessel_2._Aufl.pdf
Darin ist die P. m. nigriventis als "Toskana-Linie" beschrieben und noch bei 3,6 % der Individuen (heimische Unterart: 31,5 %), allerdings sind die Zahlen von 2012.
Edit: Da die Links auf PDFs bei den Landesbehörden meist eine erstaunlich kurze Halbwertszeit haben, hier sicherheitshalber der Titel: "Mauereidechsen: Heimisch oder gebiestfremd? Anleitung zur Bestimmung und zum Umgang mit allochthonen Mauereidechsen in Rheinland-Pfalz"